Augenpflege umfasst alle Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens unserer Augen. Sie ist besonders wichtig, da die Augen täglich verschiedenen Belastungen ausgesetzt sind – von Bildschirmarbeit über Umwelteinflüsse bis hin zu natürlichen Alterungsprozessen.
Die Augenpartie gehört zu den empfindlichsten Bereichen unseres Körpers. Die Haut um die Augen ist deutlich dünner als an anderen Stellen und besitzt weniger Talgdrüsen. Der Tränenfilm, bestehend aus drei Schichten, schützt die Hornhaut vor Austrocknung und Fremdkörpern. Bereits kleine Störungen können zu Beschwerden führen.
Häufige Augenprobleme im Alltag sind trockene Augen, gerötete Bindehaut, Brennen oder Juckreiz. Diese entstehen oft durch lange Bildschirmarbeit, trockene Raumluft, Allergien oder das Tragen von Kontaktlinsen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Pflege und medizinischer Behandlung. Während Pflegeprodukte bei leichten Beschwerden Linderung verschaffen, erfordern anhaltende Symptome, Schmerzen, Sehstörungen oder Verletzungen immer eine ärztliche Abklärung. Bei Unsicherheiten sollten Sie stets einen Augenarzt oder Ihren Hausarzt konsultieren.
Trockene Augen entstehen durch eine verminderte Tränenproduktion oder eine gestörte Zusammensetzung des Tränenfilms. Typische Symptome sind Brennen, Kratzen, Rötungen und paradoxerweise auch vermehrtes Tränen. Häufige Ursachen sind Bildschirmarbeit, trockene Luft, Medikamente oder hormonelle Veränderungen.
Künstliche Tränen ersetzen oder ergänzen den natürlichen Tränenfilm. Sie enthalten meist Hyaluronsäure, Carbomer oder andere befeuchtende Wirkstoffe. In deutschen Apotheken finden Sie verschiedene Darreichungsformen:
Hyaluronsäure-haltige Produkte sind besonders beliebt, da sie lange auf der Augenoberfläche verweilen und intensiv befeuchten. Konservierungsmittelfreie Optionen eignen sich besonders für Kontaktlinsenträger und bei häufiger Anwendung. Die Dosierung erfolgt meist mehrmals täglich nach Bedarf – ein bis zwei Tropfen pro Auge reichen in der Regel aus.
Stundenlanges Arbeiten am Computer belastet die Augen erheblich. Die Blinzelfrequenz reduziert sich um bis zu 60%, was zu trockenen und gereizten Augen führt. Spezielle Augentropfen für Bildschirmarbeiter helfen dabei, die natürliche Tränenproduktion zu unterstützen. Regelmäßige Pausen nach der 20-20-20-Regel sind essentiell: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen 20 Meter entfernten Punkt blicken.
Kontaktlinsenträger benötigen besonders sanfte Augenpflegeprodukte. Konservierungsmittelfreie Tränenersatzmittel sind ideal, da sie die Linsen nicht beschädigen. Vor dem Einsetzen und nach dem Herausnehmen der Linsen sollten die Hände gründlich gereinigt werden.
Bei allergischen Reaktionen helfen antihistaminhaltige Augentropfen und kühlende Kompressen. Allergiker sollten ihre Augen häufiger mit klarem Wasser spülen, um Pollen und Allergene zu entfernen.
Mit zunehmendem Alter produzieren die Augen weniger Tränenflüssigkeit. Reichhaltige Augengele und häufigere Anwendung von Tränenersatzmitteln werden empfohlen. UV-Schutz gewinnt an Bedeutung zur Prävention von Makuladegeneration.
Eine sanfte tägliche Reinigung der Augenpartie ist grundlegend für gesunde Augen. Verwenden Sie lauwarmes Wasser und pH-neutrale Reinigungsprodukte. Die Reinigung sollte von innen nach außen erfolgen, um Schmutz und Bakterien von der empfindlichen Augenpartie wegzuführen.
Bei entzündeten Lidrändern ist eine spezielle Lidrandhygiene erforderlich. Warme Kompressen weichen verkrustete Ablagerungen auf, anschließend werden die Lidränder mit speziellen Reinigungstüchern oder verdünntem Babyshampoo gesäubert.
Für die Augenreinigung eignen sich folgende Produkte besonders:
Warme Kompressen fördern die Durchblutung und helfen bei verstopften Talgdrüsen. Kalte Kompressen lindern Schwellungen und Juckreiz bei allergischen Reaktionen oder Ermüdungserscheinungen.
Bei allergischen Augenbeschwerden wie Heuschnupfen oder saisonalen Allergien bieten antihistaminische Augentropfen schnelle Linderung. Diese Präparate blockieren die Histaminrezeptoren und reduzieren Juckreiz, Rötungen und Tränenfluss. Antibiotische Augentropfen kommen hingegen bei bakteriellen Infektionen zum Einsatz und sollten stets nach ärztlicher Verordnung angewendet werden.
Dekongestive Augentropfen wirken gefäßverengend und können bei akuten Rötungen helfen, sollten jedoch nur kurzfristig verwendet werden. Als natürliche Alternative haben sich homöopathische Präparate mit Euphrasia (Augentrost) bewährt. Diese pflanzlichen Wirkstoffe sind besonders schonend und eignen sich für die langfristige Anwendung bei empfindlichen Augen.
Während viele Augenpflegeprodukte rezeptfrei erhältlich sind, benötigen antibiotische und stark wirksame Medikamente eine ärztliche Verschreibung. Wichtige Wechselwirkungen können mit anderen Medikamenten auftreten, weshalb eine pharmazeutische Beratung vor der Anwendung empfehlenswert ist. Besondere Vorsicht gilt bei Kontaktlinsenträgern und während der Schwangerschaft.
Die Auswahl des passenden Augenpflegeprodukts hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind die Art der Beschwerden, die Häufigkeit der Anwendung und individuelle Unverträglichkeiten. Bei trockenen Augen eignen sich befeuchtende Tropfen, während bei Entzündungen medizinische Präparate erforderlich sind.
Beim Kauf sollten Sie auf konservierungsmittelfreie Formulierungen achten, besonders bei häufiger Anwendung. Hyaluronsäure, Dexpanthenol und Carbomer sind bewährte Wirkstoffe für die Augenbefeuchtung. Die richtige Anwendungstechnik umfasst:
Augentropfen sollten kühl und trocken gelagert werden. Einzeldosen sind nach dem Öffnen sofort zu verbrauchen, Mehrdosenbehälter meist 4-6 Wochen haltbar. Die Krankenkassen übernehmen bei medizinischer Notwendigkeit die Kosten verschreibungspflichtiger Präparate. Eine fachkundige Apothekenberatung hilft bei der optimalen Produktkombination und verhindert unerwünschte Wechselwirkungen.