Die Antibabypille zählt zu den sichersten und beliebtesten Verhütungsmethoden in Deutschland. Sie wirkt durch die Kombination der Hormone Östrogen und Gestagen, die den Eisprung unterdrücken und zusätzlich den Schleim am Gebärmutterhals verdicken. Dadurch wird das Eindringen von Spermien erschwert und eine Schwangerschaft verhindert.
Bei den verschiedenen Pillenarten unterscheidet man zwischen Kombinationspillen, die beide Hormone enthalten, und Minipillen, die ausschließlich Gestagen verwenden. Zu den beliebten Marken in Deutschland gehören:
Die tägliche Einnahme erfolgt idealerweise zur gleichen Uhrzeit über 21 Tage, gefolgt von einer siebentägigen Pause. Zu den Vorteilen zählen die hohe Sicherheit von über 99% und die Möglichkeit der Zykluskontrolle. Mögliche Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen sein.
Der NuvaRing ist ein flexibler Kunststoffring, der drei Wochen in der Scheide verbleibt und kontinuierlich Hormone abgibt. Das Evra-Pflaster wird wöchentlich gewechselt und auf die Haut geklebt. Beide Methoden bieten den Vorteil, dass die tägliche Einnahme entfällt, sind jedoch in deutschen Apotheken kostspieliger als die Pille.
Die Dreimonatsspritze wird alle drei Monate vom Arzt verabreicht. Hormonimplantate werden unter die Haut eingesetzt und wirken bis zu drei Jahre. Hormonspiralen wie Mirena oder Jaydess werden vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingeführt und bieten Schutz für drei bis fünf Jahre.
Kondome zählen zu den beliebtesten Verhütungsmitteln in Deutschland und bieten einen doppelten Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten. Bei der Auswahl stehen verschiedene Materialien zur Verfügung: klassische Latex-Kondome, latexfreie Alternativen für Allergiker sowie besonders dünne Polyurethan-Kondome für ein natürlicheres Gefühl.
Die richtige Größe und Passform ist entscheidend für die Sicherheit und den Komfort. Beliebte Marken wie Durex, Billy Boy und Ritex bieten verschiedene Größen und Varianten an. Für die optimale Wirksamkeit sollten Kondome korrekt angewendet und an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt werden.
Frauenkondome bieten eine hormonfreie Alternative zur Verhütung und geben der Frau die Kontrolle über den Empfängnisschutz. Das Diaphragma wird individuell angepasst und zusammen mit spermiziden Cremes verwendet. Als weitere Option steht die Portiokappe zur Verfügung, die eine kleinere Alternative zum Diaphragma darstellt und direkt über den Muttermund gesetzt wird.
Die Kupferspirale wirkt ohne Hormone und stellt eine langfristige Verhütungslösung dar. Das Kupfer verändert die Gebärmutterschleimhaut und macht eine Befruchtung nahezu unmöglich. Je nach Modell und Größe kann die Kupferspirale bis zu 10 Jahre in der Gebärmutter verbleiben.
Besonders geeignet ist die Kupferspirale für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung oder bei Unverträglichkeiten gegenüber hormonellen Verhütungsmitteln. Die verschiedenen verfügbaren Modelle ermöglichen eine individuelle Anpassung an die anatomischen Gegebenheiten.
Die Hormonspirale gibt kontinuierlich kleine Mengen des Hormons Gestagen direkt in die Gebärmutter ab. Dies führt häufig zu einer deutlichen Reduzierung oder sogar zum Ausbleiben der Menstruation, was viele Frauen als Vorteil empfinden.
Die natürliche Familienplanung basiert auf der Beobachtung körpereigener Fruchtbarkeitssignale. Bei der Temperaturmethode wird täglich die Basaltemperatur gemessen, da diese nach dem Eisprung um 0,2-0,5°C ansteigt. Die Zervixschleim-Beobachtung konzentriert sich auf Veränderungen der Schleimkonsistenz während des Zyklus. Am wirksamsten ist die symptothermale Methode, die beide Verfahren kombiniert und einen Pearl-Index von 0,4-2,3 erreicht.
Moderne Verhütungscomputer wie Persona oder Cyclotest unterstützen die natürliche Verhütung durch automatische Auswertung von Temperatur- und Hormondaten. Spezielle Apps können ebenfalls bei der Zyklusbeobachtung helfen, ersetzen jedoch nicht die sorgfältige Selbstbeobachtung.
Die Kalendermethode nach Knaus-Ogino berechnet fruchtbare Tage anhand vergangener Zyklen, ist jedoch aufgrund unregelmäßiger Zyklen oft unsicher. Der Coitus interruptus birgt erhebliche Risiken, da bereits vor der Ejakulation Spermien freigesetzt werden können und einen Pearl-Index von 4-18 aufweist.
In Deutschland sind zwei Präparate der Pille danach verfügbar: ellaOne (Ulipristalacetat) und PiDaNa (Levonorgestrel). EllaOne wirkt bis zu 120 Stunden nach ungeschütztem Verkehr, während PiDaNa innerhalb von 72 Stunden eingenommen werden sollte. Beide Präparate sind seit 2015 rezeptfrei in Apotheken erhältlich.
Die Abgabe erfolgt mit ausführlicher Beratungspflicht durch geschultes Apothekenpersonal. Folgende Aspekte werden berücksichtigt:
Die Kosten betragen etwa 18-35 Euro. Für Frauen unter 22 Jahren übernehmen gesetzliche Krankenkassen nach ärztlicher Verschreibung die Kosten.
Die Kupferspirale kann bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Verkehr als Notfallverhütung eingesetzt werden und erreicht dabei eine Wirksamkeit von über 99 Prozent. Gleichzeitig bietet sie langfristigen Verhütungsschutz für bis zu zehn Jahre.
Die Wahl des geeigneten Verhütungsmittels hängt von verschiedenen individuellen Faktoren ab. Alter und aktuelle Lebenssituation spielen ebenso eine Rolle wie gesundheitliche Voraussetzungen und mögliche Kontraindikationen. Zukünftige Familienplanung und der Zeitpunkt eines eventuellen Kinderwunsches beeinflussen die Entscheidung maßgeblich.
Gynäkologen führen notwendige Untersuchungen durch und verschreiben verschreibungspflichtige Verhütungsmittel. Apotheker beraten kompetent zu rezeptfreien Optionen und Anwendung. Pro Familia bietet kostenlose, unabhängige Beratung an über 180 Standorten deutschlandweit. Die monatlichen Kosten variieren erheblich: